Das Gärtnerhaus
Aus einem freundlichen kleinen Hause, das sich mit dem Rücken an die Stämme und das üppig wuchernde Unterholz eines dunklen Parkes lehnte, erscholl eintöniges, cascadenartiges Stimmengemurmel. Es wurde drinnen der Abendsegen gebetet, wie es auf dem Lande Sitte ist; eine wohlklingende Männerstimme betete vor und ein helleres Frauenorgan fiel mit den Antworten ein. Die frommen Bewohner des Häuschens hatten in der That wohl Ursache, dem Himmel dankbar zu sein; denn der liebe Gott hatte ihnen ein so wohnliches Dach bescheert, wie ein bescheidenes Menschenherz es sich nur wünschen kann. Grüne Reben und Clematis waren in üppiger Fülle an den blanken weißen Wänden heraufgezogen; zur Seite der Eingangsthür prangten auf sauberen Lattengestellen ganze Reihen schöner ausländischer Blumen; hinten hoben die prächtigen hohen Eichen sich wie eine undurchdringliche Schutzmauer gegen die Stürme, die von draußen, von der »Welt« aus, dieses friedliche Idyll bedrohen konnten; und vorn und zu den Seiten lag ein wohlgepflegter Garten ausgebreitet. Es war eine poetische Siedelei, wie sie ein liebendes Paar für das Höchste seiner Wünsche ausgibt und – wie sie nach der Hochzeit doch noch von keinem bezogen worden ist! Daß dies auch hier nicht geschehen, war desto besser für den ehrlichen Burschen, für den sie mithin frei geblieben, und der sich eben damit beschäftigte, seinen Schöpfer zu loben; er hieß