Die Geburt
Im Ascherhofe sind die Fenster verhängt trotz des trüben Taglichtes, das sich aus dem Herbsthimmel gleichsam hervorzustehlen scheint. Die junge Frau Beate ist des Morgens schreckensbleich in die Stube gekommen und hat sogleich nach dem Tischrand greifen müssen; denn ihre zitternden Knie wollten sie nicht mehr tragen. Auch dann, als die rüstige Schwägerin sie nach der Ofenbank leitet, bedarf es noch geraumer Zeit und des liebevollsten Zuredens, ehe der Atemlosen die Sprache wiederkommen will. Endlich erfährt man alles: Sie hat nach dem Stall gehen wollen, als die hintere Haustür ohne einen Laut herumgeworfen wird, und wie sie näher tritt, die zu schließen, ist auf einmal ein so fürchterliches Schreien draußen, wie Lachen und Weinen zugleich. Da sitzt oben auf dem Dornstfelsen ein graues Weib, das ringt die Hände nach ihr, und sein Kleid flattert weit hinaus wie ein Totentuch. Und dann weiß sie nichts mehr, denn dann ist sie in der Stube, merkend, daß man mit ihr redet, und nun fühlt sie große Angst und kennt sich nicht aus, was geschehen mag. Die Schwägerin tut alles, um die Entsetzte zu beruhigen. »Ach was, der Nebel macht dem Menschen allerlei Dinge vor, und in den Steinen da oben heult es jedesmal so, wenn der Wind vom Riesengebirge her geht. Du kennst bloß unsere Nebel noch nicht, sonst würdest du über so was nicht erschrecken. Guck her, der Dunst leuchtet ja heute mehr, als