Chapter

Handelt von einem Nest, in welchem Leben keimt

Das sind keine rechten Gärten! Die heute Lebenden mögen wohl stolz auf sie sein, verschreiben sich Blumen und Pflanzen aller Art aus weit berühmten Pflanzenfabriken, altmodische Blumen und ganz neu erklügelte Blumen. Allerhand geometrische Figuren blühen flammend auf sorgfältig gehaltenen Grasflächen. Aus künstlich verfallenen Mauern quellen Blüten und blühende Kräuter. Um die Häuser blüht es in geschmackvollen Pflanzenanordnungen. Steinund Felsengärten gibt es, Stauden, die aus Bauerngärten stammen – alles gibt es. Lotos haben sie und haben auch Alpenblumen, die sie aus ewiger Einsamkeit holten und sie klug und tüchtig machten, daß sie überall zu blühen imstande sind und heimatlose Blumen wurden. Sie holten sich auch Religionen von überallher aus verschollenen Vergangenheiten und Einsamkeiten und pflanzten sie, säten sie aus auf fremden Boden und schauten, ob sich daraus etwas machen ließe. Heimatlose Blumen – und heimatlose Gebete und Glauben ferner Völker. Fragt einmal nach den Gärten deutscher alter Zeiten. Ich will euch Menschen rufen, die längst schlafen gingen, 6 deren Gärten im Zeitenstrome versanken wie sie selbst, die sollen euch erzählen, wie es denn eigentlich mit ihren Gärten sich verhalten hat. Ich denke an solche Gärten etwa in düsteren ummauerten Städten, an stille blühende Winkel und grünende heimliche Seligkeiten zwischen Giebeldächern und an Gärten, die sich

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