Chapter

Vorwort

Vorwort. Dieses Stück ist von einigen Beurteilern mißverstanden worden, und zwar von solchen, auf deren Urteil ich Wert lege. Ob ich selbst das Mißverständnis verschuldete, dadurch, daß ich meine Ideen nicht klar genug zu gestalten vermochte, das ist eine Frage des Talents und infolgedessen außerhalb meiner Entscheidung. Ich nehme hier das Wort, nicht weil man mein Können geringgeschätzt hätte, sondern weil man meine Gesinnungen verdächtigt hat. Meine Absichten will ich verteidigen, nicht deren künstlerische Ausführung. Einer großen geistigen und sittlichen Bewegung dienen die besten Kräfte unsrer Generation. Auch ich kenne kein erstrebenswerteres Ziel, als ihr Wachstum zu fördern. Man hat ihr sehr verschiedenartige Namen gegeben; ich glaube jedoch, daß man ihre vielseitigen und scheinbar widersprechenden Lebensäußerungen am sichersten zusammenfaßt, wenn man sie nach ihrem Ursprung benennt als das Erwachen des sozialen Gewissens. Diese Bewegung hat das gute Recht sich als die »moderne« zu bezeichnen; denn sie ist in unsrer Zeit entstanden, gehört ihr ausschließlich an und wird für alle Zukunft ihr rühmlichstes Merkmal bleiben. So sehr aber ist der Sinn für aristophanische Stimmungen geschwunden, so völlig sind alle Fragen des Lebens und der Kunst Parteifragen geworden, daß man sich nicht mehr über die bedrohlichsten Auswüchse, die jämmerlichsten Verzerrungen einer guten Sache

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