Chapter

Erstes Buch. Das Abenteuerland

Es war ein leuchtender Sommerabend, Glockenklang von den Wiesen und summende Mücken um die Ohren, und die beiden, die sich auf dem Weg zum Kjelvik-Sattel hinauf befanden, gingen langsam und feierlich, gleichsam als sei das Wetter zu schön zum Gehen, als müßte man weit eher sich hinsetzen und sich feiertäglich ruhig verhalten. Alles lag wie in Sonne gebadet da, die Laubhänge, das Moor und alle Felsen. Der Birkenwald duftete, daß es einem die Brust bedrückte, und der Glanz des Laubes stand dicht und weich vor den Blicken, in Jugend und Übermut; und das Moor auf der andern Seite griff nach einem, es blühte so braun und wellig und dampfte nach Westen zu weißblau über den kleinen Seen und den Talsenkungen, heute abend hielt es Hochzeit. Über allem miteinander aber standen die Berge: standen in der Abendsonne da, so moosbraun und steingrau wie sie waren, lächelten über die ganze Gegend hin und bis zum Meer hinaus. »Und dort geht Elen Vennestad mit ihrem Jungen«, sagten die Leute. »Armer Kerl«, sagten sie und meinten dabei vielleicht sowohl den Kleinen wie sie. Elen fühlte, daß sie das sagten, genau so wie sie den schönen Abend fühlte und alles, was rings um sie war. Die Sonnenstrahlen wurden länger und länger und weicher und reicher, und die Mücken legten einen neuen und heißen Ton in ihren Gesang, so schwirrend und dicht über einem, daß er sich mit den Sonnenstrahlen verband und daß

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