I. Prolog
Zu dir, Livonen-Schweiz, hinan, Und deiner Vorzeit Leben: Lass mich, auf Clio's treuer Bahn, Den Sänger-Flug erheben! Wo schimmern dort, von Sonnengold Und Abendroth beschienen: Kremon, Thoreida, Segewold, In klagenden Ruinen; Wo seit dem Blutwerk' ihrer Schlacht, Herab in Blumen-Auen, Von ihrem Thurm bei Mitternacht, Die todten Ritter schauen; Wo Feinde nun ein Grab versöhnt; Und, auf der Vorwelt Leichen, Der Hügelreihen Stirne krönt Ein Bürgerkranz von Eichen; Wo Flora's holde Kinder mir Das Pfühl zum Lager breiten; Pomona dort, und Ceres hier, Ein Erntefest bereiten; Wo nach Mäander-Krümmen-Tanz Des Stromes, die Najade, Bei lauer Welle Silberglanz, Dem Amor winkt zum Bade; Wo aus der Felsengrotte spricht Der Heidenwelt Sibylle; Und bei Dryaden Kränze flicht Die Muse der Idylle; Wo hell, zum Morgenstern empor, Der Haine Lieder wallen; Und Wehmuth schwelgt im Tausendchor Von Hölty-Nachtigallen: — Zu dir hinan, Livonen-Schweiz! Nach deiner Vorzeit Leben, Und deiner Anmuth Blüthenreiz', Will ich den Flug erheben. Thoreida sei des Fluges Ziel! Asträa soll mich führen! — Ein Opfer, das dem Herrn gefiel, Soll tief die Seele rühren! Wo schimmern dort, von Sonnengold Und Abendroth beschienen: Kremon, Thoreida, Segewold, In klagenden Ruinen; Wo seit dem Blutwerk' ihrer Schlacht, Herab in Blumen-Auen, Von ihrem Thurm bei Mitternacht, Die todten Ritter schauen; Wo Feinde nun ein Grab