Chapter

Vorwort

Die Sonne schien, als ich die vorliegende Erzählung schrieb, wie an dem Herbstsommertag, mit dem sie schließt. Ein sonderbares Klingen und Ahnen ging wehmüthig durch die Luft; die Astern standen buntfarbig geheimnißvoll im Sonnenschein und sahen mich todesahnend an, wenn ich in der Morgenfrühe zu ihnen hinabkam, und der weiße feine Reif über den Gräsern lag. Er sah zierlich und leuchtend aus wie ein bräutlicher Spitzenschleier, und es waren poesiereiche Gemüther, die ihn in wohlgestimmten Accorden und holperndem Text als solchen besangen; aber die Vögel, die nicht mehr jubelten, und die bunten Astern wußten es besser, und von ihnen erfuhr ich, daß es ein Todtenlaken sei, an dem Frau Holle nächtlich fortwebe, bis es stark genug wäre, um dem Sonnenschein zu trotzen und Himmel, Erde und Blumen mit gleichfarbigem Sterbeweiß zu überziehen.»Und sie webt es auch für euch Menschen«, wisperten die kleinen Unheilpropheten schadenfroh-vertraulich fort,»diesmal werdet ihr mit uns sterben, wenn der Winter kommt, es wird ein allgemeines großes Sterben sein«, und die letzten Schmetterlinge wiegten sich lauschend über den flüsternden Kelchen und klappten die zerflatterten, farblosen Flügel bejahend auf und zu. Endlich kam ein Trauermantel geflogen, der die neueste Kunde brachte, und um ihn sammelte sich das ganze Geschlecht Vanessa, die Admiräle mit ihren hochrothen Aufschlägen auf der dunklen

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