Chapter

Erstes Kapitel

»Um Gott her ist schrecklicher Glanz.« (Hiob 37) Die Frauen von Sowirog kehrten in ihr Dorf zurück. Sie hatten zum Wochenmarkt in der Kreisstadt das Wenige getragen, was sie im Haushalt erübrigt hatten: etwas Butter, etwas Sahne, ein paar Pfund Fische aus dem See. Und Gogun, der Fröhliche, der »Kranichräuber«, hatte in einem strohgefüllten Leiterwagen ihre Ferkel hingefahren. Mit ihm hatten sie auch zurückkehren wollen, denn es war ein zwei Meilen langer Weg. Aber der Fröhliche war schon um die Mittagszeit betrunken gewesen. »Ihr Goldenen«, hatte er gesagt und sie der Reihe nach geküßt. »Noch ein Stündchen, ihr Goldenen. Ein einziges kleines Stündchen!« Und obwohl seine Frau ihn mit einem Stein, den sie in ihr rotes Taschentuch gebunden hatte, in den Rücken geschlagen hatte, »um ihm den Nebel aus dem Kopf zu treiben«, hatte er plötzlich auf beiden Händen vor aller Augen auf dem Marktplatz gestanden, hatte die eisenbeschlagenen Absätze hoch in der Luft zusammengeschlagen und dazu mit einer hellen Stimme sein Lieblingslied gesungen: »Zigánuschka, Zigánuschka, Zigánuschka moija ...« Da hatten sie sich abgewendet, weil sie den Text des Liedes kannten, und waren noch einmal durch die Straße mit den großen Schaufenstern gegangen. Sie hatten mit müden Augen auf die Schätze geblickt, die dort, unerreichbar für sie, lagen, und nur Gina, die junge Frau des Waldarbeiters Bojar, die ihr

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