I
Eine dunkle Herbstnacht lag über dem Sandfellhof. In leisem Wogen und Rauschen strich der Wind um seine Hütten, die sich mit ihren grasbewachsenen niedrigen Dächern kaum aus der Landschaft hoben. Sie lagen wie große Steinblöcke zu Füßen eines hochgereckten Bergkammes, der sich hinter ihnen in den Nachthimmel schob mit seinen mächtigen Basteien aus Basalt, in wilden Graten, um die der Nebel braute. Doch fiel aus einer der Hütten noch matter Lichtschimmer über die karge Hofwiese hin, die sie umgab, obschon es bald auf die Mitternacht ging. Und er rührte von der kleinen Erdöllampe her, die mitten im großen Schlafraum des Hofes von der Decke hing. Daß sie noch brannte, daran trug Magnusson die Schuld, der Altknecht von Sandfell, der keuchend in den Decken lag und mit schweißbedeckter Stirn zu den Balken hinaufsah, die über ihm von einer Seite der Wand zur andern liefen. Sein Keuchen stieß wie ein Messer durch die ruhigen Atemzüge der anderen, die mit ihm den Raum teilten, bis es mit einem abbrach und schwieg. Dann klangen ein paar leise gemurmelte Worte durch die Stille, ruhig und weich, und diese Worte kamen von den Lippen Hördis, der Bäuerin, die bei dem Kranken auf dem Bettrand saß und Wache hielt. Es war um die Mitternacht. »Sie kommen noch nicht«, sagte Hördis einmal zu dem Bauern hinüber, der sich auf seinem Lager aufgestützt hatte und auf den Kranken sah, »sie kommen noch