Vorspiel
Infolge der Umwälzungen, die der Krieg hervorgerufen hat, erinnert sich heute kaum noch jemand des sogenannten Hergemont-Skandals. Rufen wir uns kurz die Ereignisse von damals ins Gedächtnis zurück. Im Juli 1902 ging Anton von Hergemont — dessen Studien über die megalithischen Denkmäler der Bretagne sehr geschätzt sind — mit seiner Tochter Veronika im Pariser Bois de Boulogne spazieren, als er von vier unbekannten Individuen angefallen und mit einem Stockschlag ins Gesicht niedergeschlagen wurde. Nach kurzem Kampf und verzweifeltem Widerstand wurde Veronika, die schöne Veronika, wie sie von ihren Freunden genannt wurde, fortgeschleppt und in ein Automobil geworfen, das Zeugen dieses sich sehr schnell abspielenden Vorganges in der Richtung nach Saint-Cloud davonfahren sahen. Eine Entführung also. Am folgenden Morgen wußte jeder, worum es sich handelte. Graf Alexis Vorski, ein junger polnischer Edelmann von ziemlich schlechtem Ruf, aber großartigem Auftreten, noch dazu angeblich von königlichem Blute, liebte Veronika von Hergemont und Veronika liebte ihn wieder. Vom Vater abgewiesen und sogar verschiedentlich von ihm beleidigt, war er auf dieses Abenteuer verfallen, bei dem übrigens Veronika auch nicht im geringsten die Hand im Spiele hatte. Anton von Hergemont, der — wie einige Briefe, die in die Öffentlichkeit gelangten, bestätigten — gleichzeitig heftig und zurückhaltend war