Erster Teil
Auf dem von kleinen Wellen gekraeuselten Spiegel des Wysxtyter Sees, an dessen oestlichem Ufer die russische Grenze ganz dicht entlanglaeuft, lag in der Nacht des 1. August 1914 ein kleiner Fischernachen, in dem zwei Personen, die in der nur von dem Sternenlicht des Firmaments ein wenig bekaempften Dunkelheit in ihrem lautlosen Hantieren eher Gespenstern denn Menschen glichen, soeben mit dem Krebsfang beginnen wollten. Der eine der Maenner, eine schlanke Juenglingsgestalt in gruener Jagdjoppe und hohen Stiefeln, wollte gerade das in einem eisernen, ueber die Spitze des Bootes hinausragenden Korbe liegende harzige Holz mit Hilfe eines Taschenfeuerzeugs anzuenden, wodurch die Krebse, verfuehrt durch den Feuerschein, aus ihren Schlupfwinkeln hervorgelockt werden sollten, als sein Begleiter ihn auf ein verworrenes Geraeusch aufmerksam machte, das von der russischen Grenze in zunehmender Staerke herueberklag. "Hoeren Sie, junger Herr," hatte der alte, grauhaarige Mann, der bereits ueber dreissig Jahre auf dem hart am westlichen Ufer gelegenen Rittergute Barkeimen die Stelle eines Fischmeisters bekleidete, leise, aber eindringlich gefluenstert. "Unsere russischen Nachbarn scheinen in dieser Nacht wieder irgend was Besonderes vorzuhaben. Weiss der Deubel, die Geschichte da drueben gefaellt mir schon seit Tagen nicht. Das ist ein ewiges Gehen und Kommen von Soldaten aller