Erster Teil
Wohl eine Stunde hatte er im Antiquariat Rosenkranz unter den Büchern, Heften und alten Journalen gesucht und gestöbert. Um irgend etwas zu kaufen, wählte er eine Broschüre, die ihm gerade in die Hände fiel, bezahlte einen viertel Taler ohne zu dingen und trat hinaus in die reine kalte Winterluft. Er schaute nach dem Wetter aus, dann setzte er sich die Fellmütze auf, die er noch immer in der Hand gehalten hatte, knöpfte den Mantel zu und ging. Anfangs schlenderte er ganz langsam, über die Cavalierbrücke, am Schloß vorbei und an der Oper. Dann schritt er etwas eiliger vorwärts, bog vor den Linden ab, begab sich in die Jägerstraße und trat in Bocks Notengeschäft ein, wo er etwas abholen sollte. Aber die Sonate, die man mit der heutigen Sendung aus Leipzig erwartete, war nicht gekommen. Morgen war Sonntag. Also übermorgen erst. Der Kommis entschuldigte sich. Übrigens hatte Fedi garnicht so gewiß geglaubt, die Sonate schon heute vorzufinden. In solchen Handlungen versprach man ja immer zu viel und ließ dann warten. Aber er hatte doch gehofft und als sichs nun entschied, war er ärgerlich. Er ging in die Dorotheenstraße, nach Hause. Im Flur und auf den Treppen war es schon dunkel, er stieg langsam hinauf, öffnete gemächlich die hohe schmale Tür und legte im Garderobezimmer ab. Richard war noch nicht da, sein Mantel hing nicht an der Knagge. Es konnte auch kaum fünf Uhr sein. Fedi