Die ihn liebten
Jetzt zaust der Ostwind den schwarzen Wolkenvorhang, an welchem Himmel und Erde zu enden schienen. Und er fegt eine endlose Menge schwerer Nebelfetzen über das Land, aus denen noch förmlich die Finsternis trieft, welcher sie entrissen sind. Aber ohnehin macht sie das Licht rein und weiß. Im Westen stauen und verdichten sie sich wieder und sinken in schweren Massen zur Erde. Auf dem breiten Streifen Ackerbodens, der zwischen der Waldwildnis und dem Strome liegt, vermengt sich der Rauch der brennenden Queckenhaufen mit dem Nebel, so dass die Leute von Kenow, welche dort mit der Aussaat des Winterroggens beschäftigt sind, einander nicht auf zehn Schritte zu sehen vermögen. Aber das allergeringste von dem, was ihnen die Aussaat erschwert: Sie müssen heuer selber Pflug und Eggen durch den Lehmboden ziehen. Der Hunger zwang sie, die Zugtiere zu schlachten. Nur Staukin, der Ortsrichter, hat noch eine alte Mähre. Aber er borgte sie so lange den Nachbarn, die viel Arbeit und wenig Futter für sie hatten, bis sie hinfiel. Wenn sie morgen nicht aufzustehen vermag, soll sie abgeschlachtet werden. Jung und alt freut sich nun schon auf das Fleisch, welches ja der Richter schandenhalber nicht für sich allein behalten kann. Und die alte Bumba hat noch eine Ziege. Das Vieh will nicht viel weniger als eine Kuh. Der Alten wird es schwer, die viele fette Milch in ihrem Magen unterzubringen, aber