Die Ankunft im Bock
Herrschaften! rief der Küper und riß schnell den Thorweg auf. Die Wirthin schob ihre Haube zurecht und ihr Suschen vor den Heerd, denn der Rahm stand am Feuer und sie mußte ja die Gäste begrüßen. Suschen aber zog den Topf hinter der Mutter Rücken in's Kühle und sah durch die Thür-Spalte. Zwey junge Herren sprangen aus dem Wagen und lachten ihrer tief verbeugten Mutter in's Gesicht. Im Bock? rief der eine und gebehrdete sich ganz seltsam zu dem Ausruf, sagen Sie mir was dieß Haus mit einem solchen gemein hat? Kann man in einem Bocke wohnen? essen, schlafen? seinem Gott dienen und fröhlich seyn? Trug uns doch eine Schwalbe über's Meer! entgegnete sein Gefährte, und schlich hinter der überraschten Wirthin weg, zu Suschen hin, die jetzt lauschend am Pfeiler lehnte und sich mit einem »Willkommen mein Schwesterchen!« von ihm umfangen sah. Schon mancher Passagier hatte in Susannen eine nahe Verwandtin erkannt: mehr um der Mutter als um der Näherung willen, drängte sie daher den neuen Bruder ganz sanft von ihrem Herzen weg und bemerkte im Laufe dieser Arbeit daß sie wirklich nur ein schwesterliches zurückweise. Komm Gustel! rief jener, und Auguste hüpfte ihm in das geöffnete Zimmer nach. Befehlen Sie? fragte der Küper und bot ihm den Küchenzettel. Befehlen thue ich gern, erwiederte Gustav, aber schlimm ist's immer, daß es so viel Menschen giebt die gehorchen müssen. Ich wollte wir