Chapter

Die Ignoranten. Dritter Theil

Du mußt können! fiel Gustav ein und schüttelte den Erstarrenden, verdammt sey das Unmaß! Rede, sprich, gestehe mir – Was weißt Du von Augusten? Sie hat – stammelte Karl – sie ist der seligen – Tante Kind! Der Tante Kind? rief jener aus – O Gott! doch, nein! Das ist ohnmöglich! Die Tante war so rein wie Schnee, die hatte nichts Susannisches und starb wie sie gebohren ward. Als Jungfrau, mein ich – Auf mein Ehrenwort! Als Mutter! sagte Karl. Das lügst Du, Vielfraß! schrie er, mit den Füssen stampfend, das lügst Du, sag' ich Dir! Wer hätte sich an die gewagt? Ich, gnädiger Herr – ich – Bist Du von Sinnen? Wie? Ich bin – ich war – Augustens Vater? O, mein Gott! Lächelnd nickte Karl. Gott segne sie! lispelte er und verschied. Rosenwall stand versteinert, das Stübchen füllte sich allgemach mit den neugierigen Bewohnern der Burg, und die katholische Kristiane warf sich, in Jammer aufgelöst, über den Leichnam ihres unmäßigen Proselyten. Wein' um Deinen Vater! sprach Gustav und drängte die Gräfin, welche eben an Roderichs Arm herbeikam, zu dem Bette hin. Um Deinen wirklichen, leiblichen Vater! wiederhohlte er, als sie, erschreckt von seinen Blicken, zurücktrat. Da haben wir das Geheimniß! flisterte Sophie dem lauschenden Haufen zu. Ein Wort wie tausend, Gustel, fuhr jener fort: Du bist meine Schwester nicht; Du bist Karls Tochter, ich schwör' es Dir! Es war ein Suschenstreich von der

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