Erster Teil
Die Sonne tauchte blutrot, winzig und vergrämt aus den Nebeln. Bald verschwand sie wieder im kalten Grau dieses Morgens. Ein mißmutiger Tag brach an. Es war der zwanzigste März, also ein Tag vor dem Anfang des Frühlings. Man spürte ihn noch nirgends. Es regnete und stürmte im ganzen Lande, und die Menschen froren. Es hatte noch gestern nacht in Paris gestürmt und geregnet. Heute verstummten die Vögel jäh, nach einem kurzen, morgendlichen Jubel. In dünnen, gehässigen und kalt schwelenden Fäden stieg der Nebel aus den Ritzen zwischen dem Pflaster empor, näßte die Steine aufs neue, die der Morgenwind soeben getrocknet hatte, schwebte um die Weiden und Kastanien in den Parks und an den Rändern der Alleen, ließ die fürwitzigen Knöspchen der Bäume erzittern, jagte deutlich sichtbare Schauder über die feuchten Rücken der geduldigen Fiakergäule und drückte den Rauch, der hier und dort aus morgenfleißigen Kaminen aufzusteigen versuchte, gegen die Erde. Es roch nach Brand, Nebel, Regen, feuchten Kleidern, lauernden Schneewolken und vorderhand verhindertem Hagel, nach unfreundlichem Wind, durchnäßtem Lederzeug und nach häßlich dünstenden Kanälen. Dennoch hielt es die Einwohner der Stadt Paris nicht in ihren Häusern. Zu früher Stunde schon drängten sich die Menschen in den Straßen. Sie versammelten sich vor den Wänden, an denen Zeitungsblätter klebten. Diese Zeitungen enthielten die