Die Höhlen von Saint-Pierre
Für das Infanterie-Regiment Habsburg, das nun schon monatelang dem Gegner im nervenaufreibenden Stellungskampf in der Picardie östlich von Albert gegenüberlag, war am Abend des 28. Juni 1916 Ersatz eingetroffen, – 300 Mann ungedienter Landsturm, die zunächst beim Regimentsstabe, der in den Resten des Dorfes Saint-Pierre untergebracht war, noch verpflegt und dann sofort nach Verteilung auf die einzelnen Kompagnien zur vordersten Linie in Marsch gesetzt wurden. Ganz hinten schritten zwei Leute nebeneinander her, die man beim Rekrutendepot des Ersatzbataillons, wo die ungedienten Landstürmer ausgebildet worden waren, allgemein „Max oder Moritz“ genannt hatte, obwohl der größere, blondbärtige den poetischen Namen Siegfried Balder führte und der um gut anderthalb Kopf kleinere sich mit dem bedeutend weniger klangvollen August Plautsack begnügte, mithin von Max oder Moritz in den Kriegspässen der beiden keine Spur zu finden war. Auch sonst bedeuteten diese Spitznamen eigentlich einen vollständigen Fehlgriff. Max und Moritz, die weltberühmten Helden des großen Zeichner-Humoristen Wilhelm Busch, waren bekanntlich halbwüchsige, stets zu dummen, übermutigen Streichen aufgelegte Knaben. Balder und Plautsack dagegen standen bereits Mitte der dreißig und lange schon in Amt und Würden, bevor der grausame Weltkrieg sie ihrer friedlichen Beschäftigung entriß und ihnen den feldgrauen Rock