Der Malcolm-Felsen
Das Piratendorf war in Flammen aufgegangen. Was von den Bewohnern dem verheerenden Geschützfeuer des englischen Kreuzers entronnen war, wurde auf der Insel unschwer eingekreist und gefangen genommen. — Dies habe ich bereits im vorigen Band erwähnt. Der Kapitän des Kreuzers Sir Hoogreeve und wir beide hatten am Vormittag nach der ereignisreichen Nacht den Gipfel des höchsten Berges der kleinen, riffumgürteten und völlig entlegenen Insel der Malediven-Gruppe erstiegen und hielten von hier aus nordwärts mit einigem Interesse nach dem Pic de Malcolm Ausschau, jenem seltsamen Felsgebilde, das der Franzose Charles de Malcolm im Jahre 1801 als erster entdeckte und das er mit einigem Recht »Rocher de Chapeau« kaufte, also Hutfelsen. Im Norden der Pirateninsel lag der Hut-Felsen. Mit einem Fernglas konnte man ihn recht gut erkennen. Er war der nächste Nachbar des Freibeuter-Eilandes, immerhin zwei deutsche Meilen entfernt. Sir Hoogreeve, der hier im Indischen Ozean seit fünf Jahren gleichsam zu Hause war, sagte jetzt kopfschüttelnd: »Wahrhaftig — er raucht! Als ich das letzte Mal hier vorüberkam, und das ist anderthalb Jahre her, habe ich nichts von vulkanischer Rauchentwicklung gemerkt.« Harald blieb stumm, behielt das Glas an den Augen. Der Kapitän wurde aufmerksam. »Sehen Sie etwas Besonderes, Mr. Harst?« fragte er meinen Freund. Harald blieb stumm. Behielt das Glas an den Augen. —