Chapter

Erster Akt

Marktplatz in Padua. Mittag. Im Hintergrund der Dom in romanischem Stil aus schwarzem und weißem Marmor. Eine marmorne Freitreppe führt zum Portal des Doms. Am Fuß der Treppe zwei mächtige Steinlöwen. Die Häuser zu beiden Seiten der Bühne haben bunte Schirmdächer vor den Fenstern und werden von steinernen Arkaden eingefaßt. Rechts ist der Springbrunnen, einen Meergott in grüner Bronze darstellend, der auf seinem Ruhelager das Horn bläst. Um den Springbrunnen eine Steinbank. Die Glocken des Doms läuten, und die Bürger, Männer, Frauen und Kinder, strömen hinein. Guido Ferranti und Ascanio Cristofano. Ascanio. So wahr ich atme, Guido, ich tue keinen Schritt weiter; sonst geht mir der Atem aus – zum Fluchen. So ein vermaledeites Irrlichtelieren! ( Setzt sich auf die Brunnenbank.) Guido. Hier muß es sein. ( Er spricht einen Vorübergehenden an und zieht die Mütze.) Verzeiht, Herr, ist dies der Marktplatz und das die Kirche Santa Croce? ( Bürger nickt.) Habt Dank! Ascanio. Nun? Guido. Ja, hier ist's. Ascanio. Ich wünschte, es wäre wo anders, denn ich sehe keine Schenke. Guido. ( nimmt einen Brief aus der Tasche und liest). Zeit: Mittag; Stadt: Padua; Ort: Markt; Tag: St. Philippi. Ascanio. Und der Mann? Woran sollen wir den erkennen? Guido. ( fährt fort zu lesen). »Ich werde einen violetten Mantel tragen, auf dessen Schulter ein Silberfalke eingestickt ist« – ein schmuckes Kleid,

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