Die Herberge am Fluss
In einem Fremdenzimmer der Herberge am Fluss. So wie Fremdenzimmer etwa sind: Bett, kleiner Tisch an der Wand, Stuhle, ein Kleiderstaender; ein hoher Spiegel links, ein Fenster rechts, hinten die Tuer, die aus einem trostlosen Gang zu ebener Erde herein fuehrt. Die Waende sind grau, ein wenig rissig, ohne Schmuck; hier bleiben die Gaeste ja hoechstens eine Nacht. Das Zimmermaedchen, ohne allen beruflichen Aufwand und eher baeurisch als etwa kokett gekleidet, tritt herein, wendet sich unter der Tuer nochmals um: Jawohl Nummer sieben! geht zum Fenster und oeffnet es. Ein grauer Abend stoesst stumpf in die muffige Zimmerluft. Erst langsam hoert man das muede Rauschen des Flusses. Das Maedchen faehrt mit dem Finger pruefend ueber den Stuhlruecken. Geht noch. Wann zog der letzte Gast aus? Ach, der mit der Wassersucht! Nicht genug Wasser konnte man ihm aufs Zimmer schleppen. Wenn jeder solche Ansprueche haett – es waer wahrhaftig bald kein Leben mehr fuer uns. Sie verschwindet mit dem Wasserkrug im Gang. Die Tuer bleibt offen. Der Hausknecht, in gruener Schuerze, mit betresster Muetze, einen Stumpen rauchend, tritt ein. Er traegt einen Geigenkasten und ein Reiseplaid, legt beides auf Tisch und Stuhl nieder. Das Zimmermaedchen traegt den vollen Wasserkrug herein, zieht schnuppernd die Luft ein, schimpft los. Da raucht er wieder – im geluefteten Zimmer. Verpestet die gute Luft. Ich