Chapter

I.

Für einen Mann im Genusse seiner vollen Lebenskraft gibt es wohl kaum ein größeres Vergnügen, als ein tüchtiges Pferd zwischen den Schenkeln, und sattelfest an einem schönen Sommermorgen die Landstraße dahin zu galoppieren. Die Sonne schlürft die Wölkchen, die sich noch hie und da vor das leuchtende Blau des Himmels schieben, langsam ein und küßt flimmernde Tautröpfchen von den blühenden Hecken, von den Gräsern im Graben und den weit über den Weg hängenden Zweigen, aus denen sich schüchterne Vogelstimmchen hören lassen. In der Ferne hört man in langen Zwischenräumen das Brüllen der Stiere; kein Laut der wiedererwachenden Natur verliert sich in dem Vielklang, der die Luft erfüllt. Eine frische Brise spielt lustig um die Schläfen; würzige Düfte, die die Nacht aufspeicherte, entsteigen den frisch gemähten Wiesen. Sie berauschen fast. Diese Trunkenheit des um dich und in dir heiß pulsierenden Lebens empfindest du aber als eine Wohlthat. Solch ein Erwachen der Natur verspricht einen köstlichen Tag! Keine seiner Stunden scheint etwas anderes als Fröhlichkeit bringen zu können. Da weitet sich auch das Herz, das keine Freude mehr kannte, und jubelt unbewußt auf, wie ein Schulknabe, der am Morgen eines Ferientages vorzeitig den Schlaf abschüttelt. Um so mehr unser Reitersmann, Etienne Loysel, der gegen die Freuden dieser Welt keineswegs abgestumpft war. Wie in der ihn umgebenden Natur

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