Die heiligen Reiher
Gedichte Krystall-Verlag Wien 1933 Zweite Auflage Aus der Dumpfheit des Tales emporgestiegen, hochgetragen von dem Verlangen zu fliegen, in des Alls kristallene Wellen zu tauchen, Glut und Liebesgewalt in die Welt zu hauchen, steh' ich allein auf regender Felsenspitze, keinem mehr nah und vertraut als dem zuckenden Blitze. Tief unter mir das Mosaik der Gelände, Wälder und Felder und Werke der Menschenhände und des Meeres weißmetallenes Wogen. Über mir aber der leuchtende Himmelsbogen, über mir kreisen, weiter immer und freier, deine Vögel, – Sehnsucht, – die heiligen Reiher.