Ankunft
Es wird Mode in literarischen Kreisen, sich ein Schloß zu mieten oder zu kaufen. Die Wellen dieser Bewegung ergriffen auch mich. So bin ich denn hier in meiner Heimat und sehe mir was an. Es hat so etwas Vertrauliches, sicher zu Füßen Liegendes, dies Schwalenberg mit seinen braven Fachwerkhäusern. Wie Untergebene, auf die man sich verlassen kann, die uns immer zur Verfügung stehen, so die Wälderrücken und die wellenden Ackergebreite wie die umfriedeten Wiesen. Von einem steilen, roten Dache suchte blauer Rauch die Bläue des Himmels, wie ein Bach das Meer sucht. Zu diesem Hause bergan floß der Stadtbach in seiner muntern tagesklaren Zeile. Ja, er floß wirklich etwas hinan: Es war nicht ganz Täuschung. Hatte er doch so viel Druck mitbekommen von seinem nahen Quell, daß für seine erst durch eine Mühle in die Arbeitswelt eingeführte Kraft es eine Kleinigkeit war, noch so nebenher das Naturgesetz zu überwinden und mal ein bißchen bergan zu fließen. Hatte es doch für ihn den Reiz der Neuheit, und machte den guten Schwalenbergern dieser kleine Scherz soviel Freude! Nicht wenig stolz waren sie auf diese ihre Merkwürdigkeit und führten mit Beflissenheit jeden ihrer Besucher, der für Naturgenuß noch zu haben war, hinaus an diesen Wunderbach. Und dann erst nahmen die mehr Gebildeten ihre Gäste mit vor das Rathaus mit seinem kraus und reichlich geschnitzten Säulengang und Giebel. Hier