Erinnerungen an Petersilka
Die Hanna Eine Postkarte war mir unversehens ins Haus gekommen. Florian Petersilka erinnerte mich alter Beziehungen, teilte mir mit, er habe sich nächst Klosterneuburg in einem einsamen Häuschen eingemietet, und bat mich dringend um meinen Besuch für nahe Frist. Es war im beginnenden Spätherbst. Das ist die richtige Zeit für eine bequeme Wanderung die Donau aufwärts. Und der Mann, der in einer wunderschönen, weiträumigen, klaren Schrift diese Einladung an mich ausgehen ließ, stand mir klar genug vor den Augen, daß mir ein Wiedersehen mit ihm höchst erwünscht sein mußte. Wir waren gute Kameraden gewesen am Kremsierer Gymnasium. Das war nun freilich manches liebe und leide Jahr her. Aber so lange Zeit mit starken Erlebnissen darüber verflossen war, ich hätte den wunderlichen Gesellen nicht vergessen können, auch wenn er sich späterhin nicht mir und allen, welche die Kunst lieben, in der nachdrücklichsten Weise ins Gedächtnis gerufen hätte. Er war das Kind ganz armer Häuslersleute aus der Hanna. Und natürlich studierte er also über Wunsch seiner sehr frommen Mutter, und weil das am billigsten kommt, »auf geistlich«. Und er war dazumal sehr fromm und fühlte sich in seiner künftigen Würde nicht wenig und sprach voll Ernst und Salbung, die seinen heftigen und durch die Kutte doppelt fahrigen Bewegungen drollig genug widersprachen. Er konnte sich in einen großen religiösen Eifer