Ankunft in China
Zwölf Stunden lang hatte der Taifun gewütet und mit seinen gewaltigen Fäusten an dem Eisenrumpf des Schiffes gezerrt, um es in die Tiefe zu reißen. Doch es war ihm nicht gelungen. Das Schiff war auf einer deutschen Werft gebaut, und eine wohlbekannte deutsche Maschinenfabrik hatte ihm die »Seele« gegeben – nämlich die Maschine. Und diese Maschine war stark und zuverlässig. Und ein alter erfahrener deutscher Seemann stand in diesen Stunden drohender Gefahr auf der Kommandobrücke, ruhig und besonnen. Er hatte schon mehr als einen Taifun in den chinesischen Gewässern erlebt und wußte genau, was sich in dieser Lage tun ließ und was zu geschehen hatte. Und als der Abend gekommen war, da war der Sturm eingeschlafen und das finstere flatternde Gewölk hatte sich verzogen, der Mond stieg silbern empor und Millionen Sterne schimmerten seltsam erdennah durch die milde klare Nacht. Und nur die Unruhe des Meeres war letztes Anzeigen des eben überstandenen Sturmes. Still war es auf dem Schiff. Das Stampfen und Schlingern hatte fast ganz aufgehört. Nur das Klatschen der Wellen, die sich am eisernen Schiffsrumpf zerschlugen, war hörbar. Die Fahrgäste lagen in ihren Kojen und ruhten nach zwölfstündiger schwerer Besorgnis und Angst. Aus der Schiffsküche drang hin und wieder das leise Klappern und Rasseln von Geschirren, ein Zeichen, daß der Smut, der damit rechnete, daß die Fahrgäste nach einem