Die Haidehexe
Die Haidehexe und andere Novellen Meiner lieben Tante und hochverehrten Schwester in Apoll Fräulein Mathilde von Eschstruth (M. von Eschen) in herzlichster Zuneigung gewidmet. Wär' ich geblieben doch auf meiner Haiden Da hätt' ich nichts verspürt von all dem Leiden! Wär' ich daheim doch nur, wär' ich geblieben, Da hätt' ich nichts gewußt von all' dem Lieben! Bleiben, ach, darf ich nicht, und kann nicht scheiden; Wär' ich geblieben doch auf meiner Haiden. ( Schröer.) So hatte sie's gern! – just so. – Grau in grau, – stürmisch, wild und kalt, ganz das Spiegelbild ihres Herzens. – Sie saß auf dem eingefallenen Hügel, unter welchem der junge Bursch lag, den sie vor langen Jahren als Deserteur hier erschossen hatten, und sie kauerte sich tief zusammen, zog die Kniee empor, daß sich das braune Kinn darauf stützen konnte, und faltete die Hände um die Beine. – So saß sie stets, ob in der Sonnenglut oder den kalten Regenschauern, – träge, einsam, fern ab von der Welt. – Aber die Sonne liebte sie nicht, die stand so siegesfreudig am Himmel und strahlte und lachte – und die schwarze Marian war doch Allem, was da lacht und glückselig ist, spinnefeind. – So wie heut, so sollte es immer sein! – Hui, wie die Wolkengespenster am Himmel jagten, so schwarz und drohend, als wollten sie jeden Augenblick herniederbrechen, um die ganze Welt zu zermalmen! Der Sturmwind packte sie in wüstem Kampf und