Die Gräfin
Es ist eine sehr seltsame Geschichte, die ich im Begriffe bin, zu erzählen. Als sie begann, war ich gerade achtundzwanzig Jahre alt. Ich hatte auf der Universität Edinburgh promoviert. Nach ein paar Seereisen als Schiffsarzt auf einem P.- und O.-Dampfer P.- und O.-Dampferlinie = Peninsular- und Oriental-Linie. erwarb ich mir mit der kleinen Summe, die mir von meinem väterlichen Erbteil noch übriggeblieben war, eine kleine Praxis in einer der südlichen Vorstädte Londons. Meine Patienten waren alles arme Leute, die für eine Konsultation einschließlich einer Flasche Medizin oder einer Schachtel Pillen oder einem Büchschen Salbe, wie es sich gerade schickte, im ganzen einen Schilling bezahlten. Für Entbindungen brachte ich die mäßige Summe von fünfzehn Schilling in Anschlag und ich verschmähte es sogar nicht, Zähne zu ziehen – Vorder- oder Backenzähne, das war mir einerlei –, mit Hilfe einer alten Zange, die ich in dem von mir übernommenen Inventar vorgefunden hatte; diese Operation kostete die bescheidene Summe von einem Schilling. Die Maschen am Netz meines Berufes waren um jene Zeit nicht sehr enge, und selbst Elritzen verachtete mein Gaumen nicht. Das hatte seine guten Gründe. Bald brachte ich nämlich in Erfahrung, daß mein Vorgänger, dem ich ein hübsches Sümmchen für die Praxis in bar ausbezahlt hatte, eine gewisse Neigung zum Trunk gehabt und die einstmals ansehnliche Praxis