Die Gräfin Ulfeld
Doctor Sperling hatte im Dina-Prozeß auch einen schweren Stand gehabt, da selber Eleonore eine Erklärung an Eidesstatt abgeben müssen. Die Anweisung zum Gebrauche des Giftes für den König sollte von Sperling's Hand gewesen sein. Ulfeld's Beichtvater, Magister Simon Hennig, Compastor an der deutschen St. Peterskirche, der, von Dina oft besucht, mit seiner Frau Margreth verdächtig geworden, mußte aus dem Reiche. Holger Wind, der Eleonorens Schwester, Sophia, die Wittwe vom Grafen Christian Penz, dem Statthalter in Holstein, geheirathet, war zu des Königs Partei übergetreten und hatte Sophia, als ein Munkekind, verlassen, worüber sie so erbittert war, daß sie ihm sein Bildniß mit ausgestochenen Augen nachsandte. Ebbe Ulfeld war nach Schweden gegangen, und dort Generallieutenant geworden. Hannibal Sehested, gleichfalls Gemahl eines Munkekindes – die jetzt ausgerottet werden sollten – war in Untersuchung, die er schwer überstehen konnte, da er in offener Freundschaft mit Corfitz Ulfeld gelebt. Nach Ulfeld's Entweichung mußte die Hofpartei noch mächtiger werden, noch offener wüthen und neue Ränke schmieden, wie Ulfeld der Meinung war. Und so hatte Sperling nach seinem kleinen »Sperlunkus« gegriffen, seine mit der Frau erheiratheten beiden Häuser und beiden Rittergüter zu Wechseln gemacht, hatte selbst Empfehlungsbriefe vom Könige in seiner Frau Strickbeutel, wollte nur nach Hamburg