1. Kapitel. Der geheimnisvolle Maultierreiter
Die Llano Estacado, die große Hochlandwüste in West-Texas in Nordamerika, ist: in ihren östlichen Randbergen das Quellgebiet zahlreicher Flüsse, so auch des Texas-Kolorado, der nicht mit dem gleichnamigen, in den Golf von Kalifornien mündenden-Kolorado verwechselt werden darf. An einem windstillen heißen Herbsttage lagerten etwa fünf Meilen östlich der Quelle des Texas-Kolorado in einem steinigen, gestrüppreichen und von dunklen Tannenkulissen umgebenen Tale drei Weiße und ein schlanker, kräftiger Indianer, dessen edelgeschnittenes Gesicht und offene, lebhafte Augen im Verein mit einer gewissen Würde in Haltung und Sprache ihn weit über den Durchschnitt der Rothäute hinaushoben. Die vier saßen um ein kleines, durch trockenes Reisig genährtes Feuer herum und warteten auf die Rückkehr zweier indianischer Späher, die man morgens hinter einem Buschklepper hergeschickt hatte, der ihnen am vergangenen Tage entwichen war. Der eine der Weißen, ein großer blonder Trapper, sagte jetzt zu dem Indianer, indem er auf die über dem Feuer am Spieße bratende Hirschkeule deutete: »Unsere Mittagsmahlzeit wird sofort - fertig sein, schwarzer Panther. Wenn wir gegessen haben, werden wir beide den Spähern folgen. Es beunruhigt mich, daß sie noch nicht zurückgekehrt sind. Wir wissen ja, daß die Buschklepperbande, von der wir nun erst vier Mann unschädlich gemacht haben, hier irgendwo im Quellgebiet