Chapter

Erster Teil

Das Schwabendorf lag still und friedlich in der warmen Aprilsonne. Alles war draußen in den Riedfeldern und in den Weingärten; die große Arbeit des Jahres hatte wieder begonnen, und sie war eine Lust nach dem langen, milden Winter, der heuer von südlicher Harmlosigkeit gewesen und fast gar keine Beschwerden gebracht hatte. Österliche Auferstehung! Neuer Saft, neues Leben, neue Liebe war in alle Wesen geschossen, in Pflanze, Mensch und Tier. Wie die Lerchen sich in den Lüften wiegten, jubelten und tirilierten, so sprangen die Kälber und Lämmer auf der Weide, so sausten die jungen Füllen über die Wiesengelände der Donauauen, so tollten nach dem Schulschluß die Buben und Mädeln durch die breiten, mit Baumreihen besetzten Gassen des Dorfes. Noch läuteten und bimmelten die Schneeglöckchen hinter mancher Weißdornhecke an den Dämmen draußen, beim Wasser, aber es mischte sich schon Veilchenduft in den kräftigen Geruch der Ackerscholle, und die Stare schwätzten in allen Gärten. Über Nacht hatten sich die Knospen der Obstbäume aufgeblättert, schlohweiß blühten die Aprikosen; es war ein Jauchzen und Duften in der ganzen Natur, und die Erde dampfte in wonnigen Schauern. Selbst Seine Hochwürden der Herr Pfarrer schaffte heute eigenhändig in seinem Garten, und der Oberlehrer nebenan tat es ihm nach. Dabei plauderten sie über den Zaun hinweg miteinander. Die Frau Oberlehrer setzte

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