Chapter

Die Gespenster-Rikscha

Erstes Kapitel. Nach der Befreiung Lady Lydia Pimbertons wohnten wir in dem palastähnlichen Hause des britischen Residenten in Bhopal. Damals war Lord Robert Scheldon Resident in Bhopal, ein sehr liebenswürdiger, geistvoller Mann von etwa 35 Jahren. Er rechnete es sich zur Ehre an, eine Berühmtheit wie Harald Harst unter seinem Dache beherbergen zu dürfen. Es war jetzt halb neun Uhr morgens. Lord Scheldon war bereits in der nahen Residentur, seinem Amtsgebäude, gewesen und hatte die Nachricht mitgebracht, daß man an diesem Morgen drei Meilen südlich der Hauptstadt auf einem kahlen Felsplateau der Vorberge des Windhya-Gebirges einen als Eingeborenen verkleideten Europäer, den hier niemand kenne, durch Dolchstiche ermordet aufgefunden und nach dem Leichenkeller des Polizeigebäudes geschafft habe. Der Lord hatte noch verschiedene Einzelheiten erwähnt, die diesem Verbrechen einen etwas geheimnisvollen Anstrich gaben. Ich hatte auf Lady Ellinor Scheldon während dieser Schilderung, die ihr Gatte von dem Morde gab, nicht geachtet, wurde erst jetzt auf ihre Blässe und Verstörtheit aufmerksam, als der Lord erschrocken ausrief: »Ellinor, verzeih’. Ich hätte all dies vor Dir nicht erwähnen sollen. Ich vergaß ganz, daß Du mit Deinen Nerven seit Wochen nicht recht in Ordnung bist.« Lady Ellinor zwang sich zu einem Lächeln. »Keine Sorge, Robert. Ich fühle mich schon wieder ganz wohl. Der

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