Chapter

I.

Die Mode als Spiegel der Zeit. – Das erste Kleid der Germanin. – Römische, dann byzantinische Einflüsse. – Das Princip der Erstarrung. – Das Idealgewand der Ritterund Minnezeit. – Schnabelschuh und Gugelhaube. – Zuckerhutförmiger Aufbau. – Die Zottelund Schleppentracht. – Kleiderordnungen. – Die Periode der Renaissance. – Rückkehr zur Natur. – Die Gretchen und Klärchen. – Gürtel und Mieder. – Die Periode der Barockrenaissance. – Spanischer Einfluß. – Schneppentaille. – Mühlsteinkrause. – Stuarthaube. – Reifrock mit Glockenund Tonnensystem. "Eine Geschichte der Frauenmode! Fruchtloses Beginnen. Die Mode ist ja bekanntlich launisch. Sie ist so unfaßbar, so unberechenbar, wie es eben Launen sind, und wäre es auch die Laune einer schönen Frau. Wie ist es möglich die Geschichte einer Laune zu schreiben?“ Sicher wird ein solches Räsonnement im Hinblick auf die Ueberschrift unseres Artikels laut werden! Nun läßt sich dem aber Folgendes entgegenstellen: Zwar in ihren Abzweigungen und Einzelbildungen launisch und regellos, hält die Mode doch in ihren Grundzügen zuerst ganze Jahrhunderte hindurch, später durch Drittelund Vierteljahrhunderte und zuletzt mit dem beständig sich steigernden Tempo der Weltgeschichte noch Jahrzehnte hindurch vor dem Auge des Forschers Stand. Sie hängt dabei mit dem Wesen und Charakter der jeweiligen Geschichtsperiode auf’s Innigste zusammen. Sie bringt den

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