Widmung
Das erste Buch, das ohne Dich entstand, Das erste Buch, das nicht in Deiner Hand Geruht, das nicht dein sichrer Blick, Auguste, Geweiht, lang eh' ein Dritter darum wußte! Die Erde deckt die kleine traute Hand, Die erst der Tod der meinigen entwand; Das Auge, das in Leidenschaft und Ruh An meinem hing, die Erde deckt es zu. Ach, Monde wechseln, Jahr vergeht um Jahr, Die Sehnsucht bleibt dieselbe, die sie war. All, was ich hab' und gelte, kann und bin, Für einen Tag gäb' ich es gerne hin, Für einen Tag, wie wir zwölf Jahre hatten, Für deiner Stimme Klang, für Deinen Schatten. Wüßt' ich nur, wo Dein Schatten zu umfangen, Ich wäre lange schon ihm nachgegangen. Ich weiß es nicht . . . und hab' so manche Nacht An meiner Kinder Bette nachgedacht Und meine Qual erkannt und meine Pflicht, Und hab's erprobt, nicht wahr ist's, wenn sie sagen, Die Zeit verring're großen Grams Gewicht. Wir lernen mit der Zeit nur eben tragen. Wir werden uns nur deutlicher bewußt, Unwiederbringlich bleibe der Verlust. Denn Anfangs da sie war von mir genommen, Meint' ich, sie müsse, müsse wiederkommen. Nun weiß ich's lange, nimmer kehrt zurück, Was einst so treu mir war, mein blondes Glück, Nie mehr tritt neben mir den gleichen Pfad Mein kluger tapfrer Lebenskamerad! Doch nicht umsonst bist Du mit mir gegangen, Ich hab' so viel von Dir in Lieb' empfangen, Daß, was ich thun mag, was ich laß' und wähle, Mir