Chapter

Ein Haus voll Besucher

Die Spannung zwischen den Mädchen dauerte nicht lange. Laura war immer zu bereitwillig gewesen, zu vergeben und Vergebung zu bekommen, und was Fräulein Blanche betraf, so dauerten ihre Feindseligkeiten nie sehr lange bei ihr und waren überhaupt durch den obenerwähnten Auftritt gar nicht bei ihr herausgefordert worden. Niemand macht sich etwas daraus, wenn er der Gottlosigkeit angeklagt wird. Keine Eitelkeit wird durch eine Anklage solcher Art verletzt. Blanche war eher erfreut als gereizt durch die Entrüstung ihrer Freundin, die eben nur durch diese eine Ursache herausgelockt wurde, die beide kannten, obwohl keine von beiden davon sprach. Und so mußte also Laura mit einem Seufzer bekennen, daß der romantische Teil ihrer ersten Freundschaft zu Ende und der Gegenstand derselben nur einer ganz alltäglichen Art von Beachtung wert wäre. Blanche verfaßte sofort ein paar rührende Verse, die ihre Verlassenheit und Enttäuschung aussprachen. Es war bloß die alte Geschichte, die sie niederschrieb, von der Liebe, die mit Kälte, und der Treue, die mit Vernachlässigung erwidert wird; und als ein paar neue Nachbarn in dieser Zeit aus London anlangten, in deren Familie Töchter waren, hatte Fräulein Amory das Glück, sich in einer dieser jungen Damen eine ewig bleibende Freundin erlesen und dieser neuen Schwester ihre Sorgen und Kümmernisse mitteilen zu können. Der lange Bediente kam nur noch

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