Chapter

Die Geschichte vom Spötterl

Die Geschichte vom Spötterl. Aus den bairischen Bergen. Von Herman Schmid. Trotz Winter und Entfernung liegst du nah’ und frühlinghaft vor meiner Seele, du Kronjuwel im felsigen Schatzkästlein der Gebirge, sanftes, feucht glänzendes Auge zwischen den Schattenwimpern der Wälder – du, freundlicher Schliersee! Du liegst vor mir, als stünde ich auf der Landzunge des Freudenbergs, die sich weit in deine weichen Fluthen vordrängt, wie eine von der Natur selbst vorgeschobene Ruhebank, von der aus man deine Anmuth und die Herrlichkeit der Berge um dich her besser bewundern kann. Ich sehe dich vor mir in jener Zeit, da du noch unentweiht ruhtest, da in deine Einsamkeit nur der stille Naturfreund pilgerte, ehrfurchtsvoll, wie man in einen Tempel tritt – als noch an deinen Ufern nur deine einfachen Naturkinder hausten, die Begier nach Schätzen deine grünen Matten noch nicht umgewühlt, deine Berge noch nicht entwaldet hatte. Nun hat das eherne Gesetz des Lebens seine Eisenstraße auch in deinen Frieden gekeilt; die laute Menge drängt sich nun durch dein Heiligthum, und du bist wie ein Schaustück geworden, das man zu lauter Bewunderung auf die geschmückte Tafel des Genusses stellt. Ich sehe dich vor mir mit den Augen der Jugend, und mir ist, als schaute ich durch die herrlichen Kronen der Obstbäume des Freudenbergs, die nun meist gefallen sind, um den nüchternen Tischen eines Kaffeehauses

Connection lost

Reconnecting to the server…

Reconnect failed. Trying again in seconds.

We couldn't reconnect to the server. Retry, or reload the page.

The session was paused by the server.

The session couldn't be resumed. Please reload the page.