Vorwort des Verfassers.
Ich habe in diesem Buche eine Reihe von Bildern des vergangenen halben Jahrhunderts aus meinem Gedächtnis hervorgelockt und festgehalten, wie sie sich in der Seele erst des Kindes, dann des Jünglings, endlich des Erwachsenen spiegelten. Meine frühe Kindheit und die ersten Jahre meiner Jugend fallen in die Zeit der sogenannten großen Reformen Alexanders II. Die Mitte meines Lebens habe ich unter der finsteren Reaktion im herrschenden Regierungssystem und in der Gesellschaft, sowie unter den ersten Regungen des revolutionären Kampfes verlebt. Heute sehe ich so manches, wofür meine Generation geschwärmt und gefochten hat, in wirren Formen in die Schranken des Lebens hereinstürmen. Mich dünkt, daß manche Erlebnisse aus der Zeit meiner Irrfahrten in der Verbannung, daß Ereignisse, Charaktere, Gedanken und Empfindungen jener Zeit und jener Umgebung auch heute noch das Interesse der lebendigen Wirklichkeit nicht verloren haben. Ja, ich möchte glauben, daß auch die Zukunft sie nicht ganz wertlos finden dürfte. Unser heutiges Leben wankt und erzittert unter dem heftigen Zusammenprall des Neuen mit dem Abgelebten, und ich hoffe wenigstens einige Keime dieses Widerstreits beleuchten zu können. Doch zunächst war es mir darum zu tun, die Aufmerksamkeit des Lesers auf die ersten Regungen des aufkeimenden und wachsenden Bewußtseins einer Menschenseele zu lenken. Ich wußte wohl, daß es mir