Chapter

Erstes Kapitel

In dem freundlichen Städtchen Gaißlingen war lebhaftes Marktgewühl, und mitten durch das auf- und abwogende Menschengedränge bewegte sich, von zwei fetten, tief eingekreuzten Rappen gezogen, ein Bernerwägelein, auf dessen niedergelassener Halbkutsche ein breitschulteriger Mann saß. Der breitkrempige, schwarze Hut mit handhoher Silberschnalle im Samtbande, der kragenlose, einreihige, schwarze Samtrock mit den nahe zusammengerückten, flachen, silbernen Knöpfen, die rote Scharlachweste mit den kugelförmig silbernen Knöpfen zeigten den reichen oberländischen Bauer. Er hielt mit beiden Händen die Pferde straff im Zügel, die Peitsche stak neben ihm, und er rief nur manchmal den zögernd Ausweichenden ein Aufg'schaut! oder einfach Hoho! zu. Die Pferde trugen die Köpfe mit dem messingbeschlagenen Riemenzeug so stolz, als wüßten sie, welch ein Aufsehen sie erregten. Neben dem Manne saß ein junges Mädchen, ebenfalls in oberländischer Tracht, die sich aber mehr im Schnitt als im Stoff zeigte; denn der braune Spenzer und die schwarze Schürze waren von Seide, nur die Haube war noch in der landesüblichen Weise, und aus den schwarzen, am Kinn geknüpften Bändern sah ein blasses, längliches Gesicht mit dunklen Augen. Die Leute im Gedränge gafften alle nach dem Gefährt und dessen überaus stattlichen Insassen. Manche vergaßen darüber, auszuweichen und mußten von Nachbarn angerufen werden, und bald

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