Dritte Abtheilung: Das Gespenst
Das Gespenst. Am andern Tage, ungefähr zur selben Stunde, da wir Roland verlassen, öffnete der junge Offizier, nachdem er sich versichert, daß alle Welt aus dem Schlosse Noires Fontaines zu Bette gegangen, leise seine Thüre, stieg, den Athem zurückhaltend, die Treppe hinab, gelangte aus den Vestibule, zog geräuschlos die Riegel der Hausthüre zurück, stieg den Perron hinab, wandte sich noch einmal um, sich zu versichern, daß alles ruhig sei und rüttelte, durch die Dunkelheit der Fenster beruhigt, an dem Gitterthor. Das Gitterthor, dessen Angeln aller Wahrscheinlichkeit nach im Verlaufe des Tages geölt worden war, drehte sich ohne das geringste Aechzen und schloß sich, wie es sich geöffnet, nachdem Roland hinausgegangen, der dann rasch die Richtung nach dem Wege einschlug, welcher von Pont d'Ain nach Bourg führt. Kaum hatte er hundert Schritte gemacht, als die Glocke von St. Just anschlug: die von Montagnat antwortete ihr, wie ein erzenes Echo: es schlug halb eilf Uhr. Bei dem raschen Gange des jungen Mannes bedurfte es kaum zwanzig Minuten, um die Karthause von Seillon zu erreichen, namentlich wenn der Offizier, statt um den Wald her zu gehen, den Fußpfad einschlug, der gerade zum Kloster führte. Roland war von seiner Jugend her mit den geringsten Schneusen des Waldes von Seillon zu vertraut, um unnöthiger Weise seinen Weg um zehn Minuten zu verlängern. Er schlug deßhalb den