Chapter

Maleachi schwindelt

Maleachi schwindelt. Wo der kleine Lump all den Unsinn her hatte, war nicht festzustellen. Es gehört mit zu Maleachis Eigentümlichkeiten, nur gerade so viel zu erzählen, wie er für angemessen hält. Stiehlt er mir zehn Zigaretten, bekennt er eine, nascht er die Zuckerdose leer, sind’s nur drei Stückchen gewesen, selbst wenn besagte Dose voll war. Maleachi ist im übrigen seinem berühmten Namensvetter, dem kleinen Propheten, geistig verwandt. Auch er, mein Pferdeboy auf der Ruxa-Farm, weissagt so allerlei. In den vierzehn Tagen, die ich nun hier in Nordaustralien zusammen mit einer Dienerschaft reinblütiger Australneger den hochverehrten „Mussu“ spiele, hat Maleachi fünferlei prophezeit, und alles ist eingetroffen … Zum Beispiel – fünftens, und das war gestern früh, als er mir meine Beinkleider beim Bügeln angesengt hatte und ich ihm dieserhalb einen „Vortrag“ hielt … „Mussu“, sagte er und bewegte die Nüstern seiner Knollennase wie ein schnupperndes Kaninchen, „du nicht mehr lange tragen weiße Tropenanzüge. Ich träumen von langen Ritt und von helle schöne Missu. Du uns verlassen bald.“ „Besitzt du ein Traumbuch, Achi?“ fragte ich mißtrauisch. Sein Blick verriet mir, daß Traumbücher nicht zum eisernen Bestand seiner Missionsbildung gehörten. – „Also, mein lieber Achi,“ meinte ich am Abend darauf, nachdem er mir seine phantastische Geschichte erzählt hatte, „du gestattest wohl, daß

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