Die geheimnisvolle Ranch
In den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, als die Damen sich die Taillen schnürten und die Männer sich die Schultern auswattierten, als es noch nicht überall nach Benzin roch – damals kam John Templar aus der Wüste. Seine Schultern waren nicht wattiert, und er fuhr auch nicht in einer Benzinkutsche mit Gummirädern. Er trug ein blaues Flanellhemd, aus dessen Ärmeln seine braunen Ellbogen neugierig herausblickten. Seine blauen Reithosen waren an den Knien von der Sonne und vom Alter gebleicht, und sein einst schwarzer Filzhut schillerte in allen Farben. Sein Fortbewegungsmittel war ein hohlrückiger Präriegaul. Um seine schlanken Hüften schlang sich ein Ledergurt, gefüllt mit Goldstaub, den er eigenhändig gewaschen und oft genug eigenhändig hatte verteidigen müssen. Zu diesem Zweck war der Gurt mit großen Patronen gespickt, und darum baumelten auch an beiden Hüften zwei unschuldig aussehende, einläufige Revolver, deren Kolben vom häufigen Gebrauch blankpoliert waren. John Templar war etwas über zwanzig Jahre alt und wog netto hundertachtzig Pfund. Ohne zu rasten, war er die langsam ansteigende Anhöhe von der Wüste bis zum Eingang des Tales hinaufgeritten. Nun hielt er an, nicht etwa, um dem Pferd Ruhe zu gönnen, sondern um seine Augen an dem herrlichen Grün, das ihn umgab, zu weiden. Nordwestlich von ihm erhob sich das Cramergebirge, nordöstlich ragte der Zuckerhut steil