Chapter

Die Geheimnisse eines Wundermannes

Mit Staunen hörte der Hofkreis Herzog Carls II. zu Braunschweig die Erzählung des Helmstädter Professors. Man hatte wol früher schon oft davon vernommen, daß dieser vorgebe, eine Reise nach China gemacht zu haben, hatte aber immer die Glaubwürdigkeit seiner Angaben stark in Zweifel gezogen; jeder Zweifel schwand indeß, sobald man ihn selbst sprechen hörte, mit dem Gefühle der Würde, dem Ausdrucke der Wahrhaftigkeit, dem lebendig strahlenden Blicke lebhaftester Erinnerung und Vergegenwärtigung des erlebten. Was war sonderlich zu bezweifeln? Große und weite Reisen hatte der Professor durch mehrere Jahre hindurch in entlegenen Ländern gemacht, das war bekannt. Daß Portugal jene Gesandtschaft nach China entsendete, war ebenso bekannt, wie deren sehr geringer Erfolg; daß ein junger strebsamer Arzt eine so ungesucht sich darbietende Gelegenheit, seine Kenntnisse in weit entlegenen Ländern zu erweitern und zu bereichern, freudig ergriff und benutzte, war etwas so sehr natürliches. Man konnte sich dabei gern des deutschen Dichters Paul Flemming erinnern, der aus gleichem Triebe vor Jahren eine russische Gesandtschaft nach Persien begleitet hatte. Man fand daher in des Professors Erzählung durchaus nichts erdichtetes oder unglaubliches mehr, und gab sich derselben mit um so größerem Antheile hin, als dem Erzähler alle Anmaßung und Aufschneiderei gänzlich fern lag, und er nur wirklich

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