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Die Wallfahrt

Wo der Ausfluß des Tegernsees, die grüne Mangfall, plötzlich mit starker Krümmung von ihrem Rinnsale zwischen den Vorbergen abweichend, sich durch das Gestein Bahn gebrochen hat, um in der lieblichen breitgedehnten Thalmulde von Aibling ihr klares Gewässer dem Innstrome entgegenzutragen, rollte vor Jahren – lange, eh’ der Dampf sich die Eisenstraße gebahnt hatte – auf dem weißen, gemächlich über die Höhen des Haunbolds absinkenden Sträßchen ein bäurisches Fuhrwerk lustig in den herrlichen Maimorgen hinein. Die zwei stattlichen, vor dasselbe gespannten Rothschimmel mit ihrem einfachen, aber zierlichen und spiegelblanken Geschirr zeigten, daß der Besitzer zu den wohlhabendsten Bewohnern der Gegend gehören mußte; noch mehr war dies der Fall bei dem fein angestrichenen und bequem gepolsterten Wägelchen, das, nach Schweizerart gebaut, ein fast städtisches Ansehn hatte. Eben ging die Straße etwas abschüssiger zu Thal; der den Wagen führte, war daher von seinem Vordersitz abgestiegen und hatte die Sperrkette in’s Rad eingehängt; dennoch hielt er das Gespann noch eine Weile an und schaute in die morgenbeleuchtete Landschaft hinaus. Weithin dehnte sich die Ebene, bis an die morgenduftigen Berge hin, ein weites in grünen Hügelwellen gartenartig ausgebreitetes Land, von dunklen Waldflächen schattirt und mit ragenden Kirchthürmen, blinkenden Schloßzinnen und weiß schimmernden Ortschaften

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