Die Ganges-Piraten: 1. Ein Stückchen weiße Seide
Wir hatten es eng zusammengefaltet in dem Innern eines hohlen Diamantkäfers gefunden, der wieder in einer eiförmigen Öffnung eines altindischen, eine Tänzerin darstellenden Leuchters verborgen gewesen war. Die seltsame Geschichte dieses Unglücksleuchters habe ich im vorigen Band erzählt. Lord Dreabram hatte ihn aus einer kleinen, in den Kaimur-Bergen liegenden Moschee, von deren Existenz nur die Familie Mohammed ben Gondar etwas wußte, geraubt. Jetzt waren Leuchter, Käfer und Seidenstück in unserem Besitz; jetzt saßen wir abermals beim Scheine der Petroleumlampe in dem Arbeitszimmer des halb verfallenen Hauses in der Vorstadt von Allahabad, das Harald Harst für einen geringen Preis gekauft hatte. Harald rauchte schon die achte Zigarette. Ich hatte die dritte Zigarette soeben angezündet, und unser Gast, Kapitän Banfy von der Jacht Atlanta, qualmte seine geliebte kurze Pfeife. Das Zimmer war dick voll von Rauch. Auf dem Tische stand ein Spirituskocher. Wir tranken Grog – Banfy zu Liebe, der ohne seinen Abendtrunk sich sehr unbehaglich gefühlt hätte. Das Stück Seide lag mitten auf dem Tischtuch. Harald hatte soeben nochmals darauf hingewiesen, daß die Zeichnung sechs aufrechte und zwei liegende Kreuze, ferner so etwas wie ein schräges lateinisches großes M und in diesem einen kleinen Kreis enthalte – außer den zwei Bogenlinien und der punktierten Linie, die von dem einen Kreuz auf