Die Fürstin und ihr Bandit
Eine überflüssige, durchaus nicht erotische, aber bezeichnende Episode aus dem Bukarester Milieu Der Tag, der mir die Bekanntschaft Mister Stopings aus New York vermittelte, ist mir noch gut in Erinnerung geblieben. Den Abend vorher speiste ich mit dem Militärattaché der französischen Gesandtschaft Armand Dupré und dem Obersten Birescu, dem Pressechef beim Ministerium des Äußeren, bei Enescu in der strada Sfantul lonica. Die Zigeunermusik spielte hinreißender denn je. Ein paar nette Damen leisteten uns Gesellschaft. Es wäre sicherlich zu einem höchst amüsanten Abschluß dieses Abends gekommen, hätte mich nicht die gute, alte Prinzessin Pizzicatino, die einige Tische von uns entfernt saß, durch den Kellner zu sich bitten lassen. Ich konnte nicht gut ablehnen, denn ich verdankte der Prinzessin viel, da sie mir im Anfang meiner Karriere durch ihre weitreichenden Beziehungen sehr geholfen hatte. Birescu riet mir zwar, mich nicht allzulange aufzuhalten, da wir den Rest des Abends bei der entzückenden Madame Constantinescu verbringen wollten. Aber die Prinzessin ließ nicht locker, ich mußte an ihrem Tische Platz nehmen und ein Glas Sekt mit ihr trinken, um dann eine lange Rede von ihr anzuhören. Sie ist eine für ihr Alter unglaublich lebhafte Dame, ständig von neuen, oft bizarren Plänen erfüllt, unermüdlich in ihrer Sucht, Bekanntschaften zu machen, aufstrebende Talente zu