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Erster Akt

Lustspiel in drei Akten von Carl Rößler 1920 S. Fischer, Verlag, Berlin Konsul Diekmann gewidmet Das Stück spielt im Jahre 1822. – Der erste und letzte Akt in einem Hause in der Judengasse in Frankfurt, der zweite Akt im Schloß des Herzogs Gustav. Das Wohnzimmer des alten Stammhauses der Frau Gudula im Frankfurt am Main. Die schweren massiven Möbel stammen wohl noch aus der Barockzeit. Man sieht jedem einzelnen Stück die Liebe an, mit der es gekauft, und die Sorgfalt, mit der es erhalten worden ist. An den Wänden gute Bilder aus der Seekatzzeit. Auch eine französische Landschaft aus der Claude Lorrainschule. Vor dem großen holländischen Fenster, durch das man die alten schmutzigen Häuser der engen Judengasse sieht, steht ein Nähtischchen, davor ein Großvaterstuhl, der Lieblingssitz der alten Frau Gudula. In der Ecke ein Spinett. Rosa, die alte Beschließerin, und Lischen, das 19jährige Hausmädel. Rosa (vor dem Wäscheschrank, zählend). Siebzehn, achtzehn – so, da haste auch noch die Mundtücher – da legste for jeden Gast eins hin. Lischen. Wieviel komme denn? Rosa. Dumm's Ding! Frag net so. Das is bei uns unbestimmt. Die Familie ist halt wieder emol beisamm und ä paar Gäst. Lischen. Was for Gäst? Rosa. Das weiß m'r bei uns doch nie. Kann sein, es kommt der Lederwolf aus'm Pertzelgäßche, kann sei, es kommt ä Erzbischof, kann sei, es kommt der Landgraf von Hessen. Lischen. Ja

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