Chapter

1

In der Morgenfrühe des 31. August 16.. verließen zwei Reiter von vornehmem, jedoch ungleichartigem Ansehen das geöffnete Tor ihrer Nachtherberge zu Marienburg und sprengten durch die nebelfeuchten Gassen der alten Ordensstadt, am Burggraben vorbei, nach dem abschüssigen Ufer des Nogatstromes und zur Anlegestelle der Fähre, die sich jedoch gerade auf der gegenüberliegenden Stromseite befand. Es hieß also sich in Geduld fassen. Beide Reiter sprangen von ihren Gäulen, übergaben sie der Obhut eines eilfertig sich nähernden Wärters und gingen am Strande des breiten, schnell dahinsprudelnden Wassers gemächlich einige Schritte nebeneinander her. »Das wäre dann also die in allen deutschen Landen hochberühmte Ordensburg der weiland Brüder vom Deutschen Hause?« sagte der ältere der beiden, der Herzogl. Rat Opitz von Boberfeld, der mit seinem brünetten, lang auf den modischen Spitzenkragen herunterfallenden Haupthaar, dem schwarzen Knebelbart und der schlanken, kaum mittelgroßen grazilen Gestalt auffallend gegen seinen hünenhaft soldatischen Begleiter abstach, und ließ seinen forschenden Blick zu dem über ihm wuchtenden roten Gemäuer des Hochschlosses emporsteigen. »Soweit mich auch mein eingeborenes Fatum durch Europiens Lande hin und her verschlagen hat, niemals hätte ich geglaubt, daß es mich auch einmal bis hierher, fast bis in die ultima Thule, an die Bernsteinküste und in das Land

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