Chapter

Drittes Buch

Die Ereignisse der folgenden Tage, Wochen und Monate müssen aus mancherlei Gründen mehr übersichtlich als mit Ausführlichkeit verzeichnet werden; auch wird nun bald ein anderer Schauplatz unsere Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen. Indessen sind uns die Personen und Verhältnisse, welche uns bisher beschäftigt haben, zu vertraut geworden, als dass wir allzu schnell ihnen weg zu anderen Gegenständen eilen sollten. Die kleine Frauenwelt vor allem müssen wir noch eine Weile im Auge behalten. Denn wie sollten wir nach dem, was bisher geschehen, annehmen können, dass in Mathildes Gemüte die letzten Wandlungen bereits vor sich gegangen oder dass Frau von Vollwarth mit ihrem scharfen Geistesauge, bei ihrer wachsamen Liebe zur Tochter in der Tat noch länger arglos neben dem Geheimnis der Tochter hergehen werde? Auch bezüglich der Frau von Jeneveldt – sollten wir der letzten Worte halber versichert sein, dass sie nach Wochen und Monaten der Gefangenschaft ihres Sohnes noch dieselbe Resignation an Tag legen werde? Schon die Ankunft des nächsten Briefes von Otte war geeignet, das Gleichgewicht ihres mütterlichen Herzens zu erschüttern. Gerade weil in diesem Briefe wenig mehr stand als: ich bin wohl und denke Euer – gerade deshalb ahnte und besorgte Frau von Jeneveldt das schwerste Kerkerleiden, die bitterste Strenge der Behandlung. »Redet mir nichts von absichtlicher Enthaltsamkeit meines

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