Chapter

1. Kapitel. Auf Kreuzfahrt gegen »Unbekannt«.

Der eiserne Motorschoner »Danmarket«, dessen Phantasiename keinen Rückschluß auf die Nationalität des Schiffes zuließ, fuhr mit halber Kraft durch den dicken zähen Sommernebel. Ein Mann im Ölmantel, der bis dahin ruhelos zwischen den beiden Masten auf und ab gegangen war, unterbrach jählings seine Wanderung, als von vorn fast gleichzeitig mit dem Splittern von Holz ein schriller Hilferuf ertönte. Mit wenigen Sätzen war er am Bugspriet, beugte sich über Bord und turnte dann ebenso geschwind an einem Tau in die Tiefe. Eine schäumende Welle warf ihm zugleich mit langen Holzplanken eine halb bewußtlose Frau in die Arme. Die Reste des kleinen Ruderbootes versanken, aber der Mann hielt die schlanke Beute fest an sich gedrückt, die das gefräßige nächtliche Meer und der heimtückische Nebel sich als Opfer auserkoren gehabt hatten. In der Heckkajüte des Schoners unter warmen Decken und bei geeigneter Pflege erholte sich die Fremde sehr rasch. »Wo bin ich?« Der stoppelbärtige Kapitän grinste breit. »In Sicherheit, Miß …« »Ein englisches Schiff, Sir?«, wollte sie wissen. Der nußknackerartige Kapitän verneinte. »Deutscher Schoner, Miß …?« Er war ein sehr vorsichtiger, schweigsamer Mann. Die Frau war jung, pikant, hatte ein sehr eigenartiges Kinn und seltsam verschleierte braune Augen. »Und Sie selbst?!«, forschte der Engländer behutsam. »Wie kommen Sie bei dem Wetter so weit auf die Nordsee

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