Chapter

Es kamen zwei fremde Gesellen

Da sitzt der Wadeleswirt am Gartenfenster im Stüble, er hat den Ellbogen auf den Sims gestemmt und den Kopf in die Hand gestützt; nach seiner Gewohnheit hat er die Füße hinter die vordern Stuhlbeine geschlagen, als wollte er da festwurzeln; denn wo er einmal sitzt, da braucht's fast eine Wagenwinde, um ihn wieder in die Höhe zu schroten. Freilich sitzt er nicht mehr da, es tut ihm schon lang kein Finger mehr weh, seinerzeit aber haben seine Finger manchem weh getan; die Rede ging, wo der Wadeleswirt einen an den Kopf trifft, da wächst kein Haar mehr nach, darum versetzte er auch aus Barmherzigkeit seine Schläge ins Genick, da gibt's auch kein Blut und tut doch wacker weh. – War der Wadeleswirt so ein Raufbold? Ihr werdet ihn schon kennen lernen, daß er ein Mensch war, so lammfromm und gutmütig wie nur einer; das hindert aber nicht, daß man zu guter Stunde einem, der's begehrt, gesalzene Faustknöpfle austeilt: kurzum, der Wadeleswirt war, wie man's nimmt, ein absonderlicher Mensch oder auch nicht. Eigentlich hieß er nicht »Wadeleswirt«, sondern »Lindenwirt«, wozu er durch die Linde vor dem Hause und auf dem Schilde das klarste Recht hatte. Jener Name aber – ja das ist eine schlimme Sache, man redet nicht gern davon, es schickt sich nicht, und doch ist das, worauf es sich stützt, nichts Geheimes, man macht dort, wo der Mann her ist, gar kein Hehl daraus, also: vom innern

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