Im Salon der Grandlieu
Die Abendbesuche bei der Frau Vicomtesse von Grandlieu dauerten stets bis in die späte Nacht. Während einer Nacht des letzten Winters bemerkte man noch um ein Uhr Morgens in ihrem Salon zwei Personen, die der Familie fremd waren. Ein junger und sehr artiger Mann ging, als er die Uhr schlagen hörte. Als man seinen Wagen fortrollen hörte, blickte Frau von Grandlieu etwas unruhig um sich und da sie nur noch zwei Männer sah die am Ecarté-Tische saßen, ging sie auf ihre Tochter zu, um mit dieser zu sprechen. Diese Tochter war eine junge, elegant gekleidete und reizende Person, welche vor dem Kantine des Salons stand und auf das Fortrollen des Kabriolets lauschte, während sie einen schönen lithophanischen Lichtschirm betrachtete, der eine neue Erscheinung der damaligen Zeit war. »Camille«, sagte die Vicomtesse indem sie ihre Tochter aufmerksam betrachtete, »ich muß Dir sagen, daß ich den jungen Grafen von Restaud nicht wieder in meinem Hause empfangen werde, wenn Da fortfährst, Dich so gegen ihn zu betragen, wie Du heute Abend gethan hast... « »Mama... « »Genug, Camille... höre mich an: Du bist einzige Tochter, Du bist reich; daher darfst Du nicht daran denken einen jungen Mann zu heirathen, der nicht das geringste Vermögen hat. Du hast Zutrauen zu mir, mein liebes Kind, erlaube mir daher daß ich Dich aus Deinem Lebenspfade geleite. Im siebzehnten Jahre kann man über gewisse